Donnerstag, 27 April 2017 13:44

Saisonrückblick: Bundesligaprojekt auf dem Prüfstand

Nach sieben Jahren im Profibereich sowie einer Saison, die vor allem von Rückschlägen geprägt war und mit dem Abstieg aus der 2. Basketball Bundesliga ihren Abschluss fand, stehen bei den Verantwortlichen Analyse und die Frage nach dem „Wie weiter?“ auf der Tagesordnung. Der Umstand, dass sich der sportliche Abstieg und die Entscheidung, keinen Lizenzantrag für die neue Saison zu stellen, zeitlich überschnitten, ist Beleg für vorherige strategische Überlegungen und beginnende Umbauprozesse. Das eigentliche Problem liegt in der fehlenden wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit des Bundesligaprojektes. Einnahmeausfälle ergaben sich unter anderem durch den Rückzug der Stadtwerke Leipzig, den Verlust der Werbeoption im Live-Stream (lange Zeit kein LAN-Anschluss in der Brüderstraße) und durch eine geringere Zuschauerresonanz als erwartet. Auch die Frage, über welches Potenzial die Sportart Basketball angesichts der Konkurrenzsituation im Leipziger Sportgeschehen derzeitig verfügt, kann nicht ignoriert werden.

Nur unter großen Anstrengungen war es gelungen, die Saison 2016/2017 sportlich zu beenden. Unser Dank gilt allen, die in dieser Phase zusätzliche Leistungen erbrachten. Dazu gehören zahlreiche Sponsoren, mit Hauptsponsor P&S Service GmbH an der Spitze, der die finanzielle Hauptlast trug. Aber auch die Partner und die ehrenamtlichen Helfer dürfen nicht unerwähnt bleiben. Ein besonderes Lob gilt den Spielern und dem Trainergespann Anton Mirolybov / Thorben Schwieder. Sie hatten sich nach dem Bekanntwerden des durch einen Managementfehler verursachten Punktabzugs auf ein „trotz alledem“ und einen „Kampf um jeden Punkt“ verständigt und sicher auch zur Freude der Fans Wort gehalten!

„Die abgelaufene Saison war nicht nur von fehlenden Finanzen, Pleiten, Pech und Pannen geprägt. Sie offenbarte auch die strukturellen Schwächen des Projektes. Vor allem die Konstellation zwischen Verein, Spielbetriebs-GmbH und Unterstützungsstrukturen funktionierte nicht mehr. Die Managementebene basierte weiterhin fast ausschließlich auf ehrenamtlicher Tätigkeit. In diesem Sinne wurden durch Beschlüsse der USC-Mitgliederversammlung im November 2016 und des USC-Vorstandes vom Januar 2017 Umstrukturierungen eingeleitet. Veränderungen in der Führung der Spielbetriebs-GmbH und die Entwicklung neuer Projektideen folgten, die aber keinen Durchbruch brachten. Unter diesen Umständen konnte vom Verein, auch angesichts der ständig steigenden Lizenzanforderungen der Liga, kein seriöser ProB-Antrag gestellt werden.“ erklärt Werner Scholz, der USC-Vorstandsvorsitzende.

In welcher Konstellation in welcher Liga (1. oder/und 2. Regionalliga) nächste Saison gespielt werden soll, muss bis zum 15. Mai 2017 entschieden werden. Dazu steht nun zuerst die Abteilung Basketball des USC Leipzig e.V. um Dominik Braun in der Pflicht. Dementsprechend werden in den nächsten Tagen Gespräche mit allen wichtigen Akteuren geführt. Die Nachwuchsarbeit im Verein bleibt von den Entwicklungen im Männerbereich unberührt. Das Hauptaugenmerk ist nach wie vor auf den Erhalt und die Entwicklung des Talentstützpunktes gerichtet.