Berichte

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Wir befinden uns im Jahre 2013 n. Chr. Die ganze Tieflandsbucht wurde von Leipzig eingemeindet ...Alle Örtchen? Nein! Ein von unbeugsamen SeenbewohnerInnen bevölkertes Städtchen im Süden hört nicht auf, der Messemetropole Widerstand zu leisten. In dieses umkämpfte Gebiet wagten sich die Großstädterinnen des USC am 23. März, um auf dem Volleyballfeld siegreich zu sein. In der Hinrunde mussten die Markkleebergerinnen nach einer 1:2 Führung den Sieg beim USC lassen.

Doch noch ein weiteres Team war auf Punktejagd. Die Brandiserinnen traten in Vollbesetzung an, um gegen den drohenden Abstieg zu kämpfen. Ihnen gelang es im ersten Spiel des Tages mit einem 3:1 die Gastgeberinnen selbst in den Abstiegskampf zu verwickeln.

Kurz nach halb fünf wurde die zweite Partie des Tages angepfiffen. Den USC-Riesinnen standen scheinbar alle TSG-Veteraninnen, die mindestens 1,80 m groß waren und laufen konnten, gegenüber. Von deren Größe unbeeindruckt starteten die Leipzigerinnen ein druckvolles Spiel. Bereits zu Beginn stellte der Aufschlag von Kapitänin Isa die Abwehr der Eingemeindungsgegnerinnen vor fast unlösbare Probleme. Mit acht Punkten in Folge und insgesamt zwölf Aufschlägen im ersten Satz stammte die Hälfte der Aufschläge von ihr. Ein sich andeutendes Erwachen wurde mit einer Auszeit des USC beim 18:10 im Keim erstickt. Beim 19:10 kam Katha für Dani. Eine späte Auszeit beim 22:11 der Markkleeberginnen konnte die stark in allen Elementen agierenden Leipzigerinnen nicht mehr aufhalten. 25:12 der Auftakt.

Im zweiten Satz startete Nele für Isa, die vor zwei Wochen einen starken Satz gegen die Pegauerinnen gespielt hatte. Für Sabine kam Clara aufs Feld. Das Spiel wurde deutlich enger. Trotz guter Annahme und Abwehr gelang es den USC-Angreiferinnen nicht, direkt zu punkten. Auch dem Aufschlag fehlte die Sicherheit und der Druck. Folge war eine Auszeit beim 9:10 und ein ausgeglichener Punktestand bis zum 16:15. Dann lief plötzlich gar nichts mehr. Die Markkleebergerinnen konnten sich eine Führung von 16:19 erspielen bis die Kapitänin zurück aufs Feld kehrte. Gestoppt wurde das Markkleeberger Spiel beim 17:21. Markkleeberg nahm Auszeit. Beim 18:23 kam Sabine für Clara. Das USC-Spiel nahm Fahrt auf. Markkleeberg konterte mit einer weiteren Auszeit beim 19:23. Doch der USC verkürzte auf 21:23. Noch einmal konnte der Satzball abgewehrt werden. Markkleeberg reagierte mit einer Vergrößerung des Außenangriffs. Das zeigte Wirkung. 22:25, 1:1 Ausgleich. So sieht also der Markkleeberger Widerstand aus. Doch es sollte noch heftiger werden.

Im dritten Satz merkte mensch dem Team den kleinen Schock an, während sich Markkleeberg diebisch freute. Trotzdem konnte eine USC-Führung von Beginn an erspielt werden. Die Markkleebergerinnen, die zwar immer häufiger über die Mitte angriffsstark agierten, blieben über die Außenpositionen Legekünstlerinnen und kamen mit ihrem Angriff am Block selten direkt vorbei. Ihre Auszeit beim 6:10 dämpfte die Führung des USC etwas. Beim 13:9 kam Katha für Karin, beim 20:14 Maxi für Jule. Was dann geschah gleicht einem Blackout und ist nur schwer zu verstehen. Markkleeberg gelingt es den Abstand auf 20:16 zu verkürzen, da der eigene USC-Außenangriff dem Kampfgeist der TSG-Feldabwehr zu dem Zeitpunkt kaum gewachsen ist. Endlich eigener Aufschlag. Doch dieser wird verschenkt. Markkleeberg erkennt die Chance und weiß sie zu nutzen. Die eigene Annahme beginnt zu wackeln. Die Feldabwehr wirkt gelähmt. Im Angriff werden keine Impulse gesetzt. Zwei USC-Auszeiten und einen Spielerinnenwechsel später steht es 22:24. Die letzte Chance wird wiederum am Aufschlag verschenkt. 1:2.

Alles auf Anfang. Keine Wechsel mehr, Kopf freimachen. Jeden Punkt des Punktes willen spielen. Die Ansage ist deutlich und der USC zeigt Nervenstärke. Markkleeberg wird förmlich überrollt. Den wuchtigen Angriffsschlägen von Jule hat weder der gegnerische Block noch die Feldabwehr etwas entgegen zu setzen. Auch der Schnellangriff kann punkten. Diesmal sind es Jennys Aufschläge, die die Hälfte des Satzes bestimmen. Zwei hilflose Auszeiten und die Verstärkung des Außenblocks können den USC nicht mehr bremsen. 25:15, endlich wieder ein spielerisches Statement und kein Wischiwaschi. Satzausgleich. Auf in den Tie-Break. Der USC zeigt seine spielerische Klasse und startet auch direkt im fünften Satz durch. Keine Spur von Nervosität, die in den vergangenen Tie-Breaks zu sehen war. Auszeit und Wechsel auf Seiten von Markkleeberg helfen nicht. 8:2 zum Seitenwechsel. Beim 11:4 beginnt Markkleeberg nach einer erneuten Auszeit eine späte Aufholjagd, die den USC beim 14:9 zu einer Auszeit zwingt. Doch die Leipzigerinnen lassen sich das Erreichte nicht mehr wegnehmen. 15:10 und 3:2 der Endstand.

Es sollte eigentlich ein Routinesieg werden, der zwar wichtig auf dem Weg zur Meisterschaft ist, aber eigentlich ungefährdet sein sollte. In der Routine liegt die Gefahr. Es fehlt die Herausforderung. Die Spannung, der Nervenkitzel, der einen antreibt. Und doch ist es nicht ganz so einfach zu sehen. Drei Problempunkte zeigten sich im Spiel. Zum einen standen Spielerinnen auf dem Feld, die auch in den letzten Wochen fleißig trainierten und gut vorbereitet waren. Zum anderen kamen jedoch auch Spielerinnen zum Einsatz, die aus verschiedenen Gründen nicht hundertprozentig fit waren. Sie konnten die Erwartungen trotz guter Punkteausgangslage nicht erfüllen und brachten zu viel Unruhe aufs Feld. Gleichzeitig zeigten besonders die Außenangreiferinnen in Sachen Schlaghärte und Zielgenauigkeit Defizite. Eine in entscheidenden Momenten und schwierigeren Situationen mangelnde Aufschlagsicherheit befeuerten die Probleme im zweiten und dritten Satz. Nichtsdestotrotz war es diesmal keine Zitterpartie wie noch im November, in der die Mannschaft um ihre Souveränität rang, sondern ein Teil des Teams spielte abgeklärt und zielsicher.

Aufgabe, der nach dem Osterfest verbleibenden drei Trainingswochen, ist es, dass gesamte Team wieder auf ein Level zu bringen, um für den letzten und entscheidenden Spieltag gerüstet zu sein. Die Stärken des Teams liegen nicht alleine in dem hohen technischen Niveau, der Fitness und dem zunehmend schnelleren Angriffsspiels, sondern vor allem darin, dass sie in der bisherigen Saison mit allen Teammitgliedern auf dem Feld als Einheit agiert haben und in mehreren Spielen die Flexibilität beim Auswechseln die Entscheidung brachte.

Durch die Delitzscher Heimsiege gegen den Tabellendritten Krostitz und Tabellenvierten Wurzen bleibt die Meisterschaft offen. Die Entscheidung, wer den Bezirksmeistertitel holen wird, fällt somit erst am letzten Spieltag der Saison. Alle Fans erwartet am 20. April ein spannungsgeladenes Finale in der Hammer-Arena.

Ein Blick auf die Tabelle der ersten Bezirksklasse und was da noch möglich ist:

VSG Nord hat den letzten Platz bereits besiegelt. „Um den zweiten Abstiegsplatz“ wird noch heftig gekämpft. Durch die beiden Heimniederlagen und einen schweren Gegner (Krostitz) im letzten Spiel ist Markkleeberg abstiegsgefährdet. Auch Pegau, könnte von der Bezirksliga direkt weiter in die 2. Bezirksklasse gereicht werden. Am schwersten hat es wohl Brandis, die derzeitig noch auf Tabellenplatz 8 stehen, jedoch mit Pegau und Wurzen zu Hause harte Brocken zu bewältigen haben, was aber durch die Rückkehr ihrer Stammangreiferinnen durchaus lösbar scheint.

Für Wurzen und Engelsdorf geht es nur noch um die genaue Platzierung im Mittelfeld. Krostitz hat durch das klare 0:3 in Delitzsch seine Chance auf den ersten Platz verspielt und kann nur noch theoretisch auf dem zweiten Platz landen. Delitzsch hat den zweiten Platz bereits sicher und wird versuchen, dem USC den ersten Platz streitig zu machen. Wer auf und wer absteigen wird, bleibt somit bis zum letzten Spieltag offen.

Als erfolgreiche „Invasorinnen“ betätigten sich:

Clara, Dani, Isa, Jenny, Jule, Karin, Katha, Maria, Maxi, Nele, Sabine

Vielen Dank an die mitgereisten Fans:

u. a. Christian auf Stippvisite, Elli (ausnahmsweise mal im Fanblock), Jenny (die andere), Thoralf