Berichte

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Mitteldeutschland versinkt unter Wassermassen. Es fällt schwer, den Blick auf den Sport zu richten, wenn Gemeinden vieler SportfreundInnen gegen die Fluten kämpfen. Unser Leipzig hat großes Glück gehabt und dank vieler helfender Hände konnte das Schlimmste für die meisten LeipzigerInnen verhindert werden. Wir wünschen allen viel Kraft, die noch gegen das Wasser kämpfen müssen; viel Glück, dass doch mehr verschont bleibt als erwartet; und die Motivation, wenn das Wasser wieder weg ist, sich ihr Heim und ihre Heimat wieder aufzubauen. Das, was wir selbst in den Reihen am Deich an Menschlichkeit erlebt haben, ist großartig und zeigt, dass die Menschen sich von dieser erneuten Katastrophe nicht unterkriegen lassen.

Kurze Zeitreise zurück zum 20. April 2013:

Der Saisonhöhepunkt ist da. Mehr Spannung kann ein letzter Spieltag nicht versprechen. Der Tabellenerste und der Tabellenzweite treffen aufeinander und alles ist offen. Und das wissen auch die Fans. Über 70 Familienangehörige und Freunde der Mannschaft versammeln sich in der Hammerarena, um dieses Spektakel live mit zu erleben. Darunter konnten auch die Abteilungsleiterin Volleyball Barbara Börno und Stellvertreter Jürgen Möhrstädt sowie der Vorsitzende des USC, Dr. Werner Scholz begrüßt werden.

Die erste Mannschaft des USC hat die letzten vier Wochen gut genutzt. Nachdem das Training im Februar und im März aufgrund der Winter- und Semesterferien deutlich ruhiger verlief, konnte nun wieder mit dem gesamten Kader gearbeitet werden. Zum Trainingsspiel war der USC diesmal beim ATV Volksmarsdorf I, beim USC II und bei Reudnitz I, vielen Dank dafür.

Im Vorfeld des Spieltages wurde groß gekocht und gebacken, um auch für das leibliche Wohl beim Spiel zu sorgen. Gut gelaunt erwarten sie ihre Gegnerinnen.

Als erstes tritt in der Hammerarena der Tabellenletzte von VSG Nord Leipzig an. Mit keinem einzigen Spielsieg, gerade sechs gewonnen Sätzen und 5 Spielen Rückstand auf den Vorletzten, waren praktisch alle Messen für die Saison gesungen. Angereist sind sie mit sieben Spielerinnen. Von Beginn an gehen die Frauen des USC in Führung und geben diese bis zum Ende des ersten Satzes auch nicht mehr aus der Hand. Ein klares 25:15 eröffnet den Spieltag. Im zweiten Satz ist der Start etwas holprig. VSG kann sich einen Vorsprung von bis zu sieben Punkten erarbeiten. Der bereits frühe Zuspielwechsel beim 3:8 fruchtet nur langsam. Die große Wende kommt beim 14:18. Mit zehn Aufschlägen bringt Jenny das Team zum Satzball. Scheint nur nicht ganz ihr Tag zu sein, denn bereits der zweite Satzball des Tages will ihr nicht gelingen. Trotzdem geht der zweite Satz auch aufs USC-Konto mit 25:20. Im dritten Satz wird die Hausmacht klar unter Beweis gestellt. 25:17 und 3:0 für den USC. Teil 1 erledigt und damit den Vizetitel sicher. Aber die Mannschaft will mehr. Aktuell auf dem ersten Platz und im Hinspiel knapp den GSVE Delitzsch auswärts geschlagen, soll nun in eigener Halle das Team von Trainer Wildführ erneut geschlagen werden. Delitzsch ist mit komplettem 12er Kader und ein paar Fans angereist. Die Stimmung in der Halle ist gut. Der erste Satz beginnt ausgewogen bis Karin beim 7:9 zum Aufschlag geht. Mit acht Aufschlägen und unterstützt von wuchtigen Schlägen der Angriffsreihe, vor denen zum Teil die Delitzscherinnen sich sogar wegducken geht es 15:9 in Führung. Ein letztes Aufbäumen und Verkürzen auf 15:13, bis die Delitzscherinnen praktisch die Waffen strecken und den Satz 25:15 an den USC abgeben. Das war erstaunlich einfach. Vielleicht etwas zu einfach. Im zweiten Satz läuft auf USC-Seite fast gar nichts mehr. Bis auf die Annahme und Feldabwehr versagt die Mannschaft praktisch in allen Spielelementen. Entsprechend deutlich fällt das Satzergebnis aus: 14:25. In einigen Augen zeichnet sich Verwirrung ab. Was ist denn hier los? Es wird versucht den Satz abzuhaken. Der dritte Satz wird wieder ausgeglichener, trotz das die USC-Damen ständig einem gewissen Rückstand hinterherlaufen. Doch den Delitzscherinnen gelingt durch druckvolles Spiel über ihre Diagonalangreiferin, wuchtige Angriffe über die Mitte und schnelle Außenpässe ihre Annahmeschwächen zu kompensieren, währenddessen die USC-Feldabwehr irgendwann kapitulieren muss, da am Netz keine ernsthafte Gegenwehr erfolgt. 21:25 muss auch dieser Satz nach Delitzsch abgegeben werden. Im vierten Satz scheint es, als habe der USC aufgegeben. Die Stärken aus dem Hinspiel, besonders gezielte Wechsel erfüllen ihre Aufgabe nicht. Während die Delitzscherinnen frei agieren können, stehen sich die USC-Spielerinnen im Block eher selbst im Weg. Nachdem bereits frühzeitig beide Auszeiten des USC verbraucht sind, wird noch mit einem Spielerwechsel bei einem fast hoffnungslosen Rückstand von 9:15 ein letzter Versuch unternommen, das Blatt zu wenden. Und tatsächlich beim 9:16 geht die Aufholjagd los. Delitzsch lässt sich davon beeindrucken. Unter den tosenden Anfeuerungen der Fans wird der Rückstand in einen hauchdünnen Vorsprung von 21:20 gedreht. Doch dann schüttelt Delitzsch die Starre ab und holt sich das Spiel verdient 22:25.

Es war ein starkes Finale, in dem der Adrenalinspiegel wohl bei allen in der Halle nach oben schoss. Ein absolutes Gänsehautfeeling. Danke an alle Spielerinnen und Fans dafür! Beide Mannschaften zeigten großartigen Volleyball, auch wenn es den Delitzscherinnen diesmal gelang, ihre Leistung abzurufen, währenddessen die USC-Frauen nicht 100% ihrer Leistung abrufen konnten. Zu viele Gedanken machten die Konzentration aufs Spiel schwer. Wie im Hinspiel verfolgte der Delitzscher Trainer wohl das Motto: „Never change a winning team“, denn er wechselte die vier Sätze über nicht einmal. Wir gratulieren den Mädels von GSVE zum Gewinn der Meisterschaft und zum Aufstieg.

Im Anschluss ans Spiel wich die Trauer über das Spiel schnell der Freude über die tolle Saison. War es im Vorjahr noch der fünfte Platz, konnte nun der Vizetitel geholt werden. Die Mannschaft ist größer geworden. Großartige Spiele kennzeichneten diese Saison. Es wurde gekämpft, mit den Fans gefeiert, und für die 1. Bezirksklasse eine wohl einzigartige Heimspielstimmung geschaffen. Danke, danke, DANKE, liebe Freunde und Fans, und natürlich liebe Mädels des Teams.

Für den USC krönten an diesem Wochenende die Saison:

Alexa, Clara, Dani, Elli, Henni, Isa, Jenny, Jule, Karin, Katha, Maxi, Nele und Sabine

Und jetzt Anfang Juni?

Vor wenigen Tagen erreichte uns die freudige Nachricht: Wir spielen in der kommenden Saison in der höchsten Spielklasse im Bezirk Leipzig. Willkommen zurück in der Bezirksliga nach dreijähriger Abstinenz! Juchhu! Der Bezirksspielausschuss hatte getagt und die neue Bezirksliga mit neun Mannschaften angesetzt. Aus der Landesklasse steigen dieses Jahr zwei Mannschaften in die Leipziger Bezirksliga ab.

Daher heißt es jetzt: „Nach der Saison ist vor der Saison“. Neue Systemvarianten wurden ausprobiert. Vielen Dank an die L.E. Volleys II und Lok Nordost. Das Training wurde grundlegend überarbeitet und auf die neuen Herausforderungen ausgerichtet. Auch die Mannschaft erlebt ein paar personelle Veränderungen. Helen beendet ihr Studium und zieht der Arbeit nach, Maria hat die Mannschaft Richtung Borna in die Sachsenliga verlassen und Nele geht für ein Jahr ins Ausland. Helen und Maria, wir wünschen euch alles Gute für euren weiteren Weg. Es war eine schöne Zeit mit euch. Nele, viel Spaß im Ausland und bis in einem Jahr.

Aktuell suchen wir daher Verstärkung auf den Positionen Libera, Mittelblock und Zuspiel für die neue Saison. Einfach bei uns melden und zum Probetraining vorbeischauen.

Wir verabschieden uns in die Saisonvorbereitung. Vielleicht sehen wir den einen oder anderen im Sand und freuen uns ansonsten auf ein Wiedersehen im September, wenn die neue Saison losgehen wird.